Bei
eisiger Kälte trafen sich sechs Vorstands-Mitglieder des Warendorfer
Kunstkreises vor einem romantischen, alten Fachwerkhaus in Telgte.
Dorthin hatte die Telgter Künstlerin Tatjana Scharfe in ihr Atelier
eingeladen, um ihre Arbeiten zu zeigen. Sie wird sie am 14.Februar 2010
im Theater am Wall im Foyer und im Dachtheater vorstellen.
Die Besucher waren von der Vielfältigkeit der Werke begeistert. Neben
Holzdrucken aus neuer Zeit beeindruckten auch frühe sensible
Zeichnungen.
Eine umfangreiche Druck-Serie ließ erkennen, dass sie sich stark mit der
Architektur ihrer Heimatstadt Halle an der Saale auseinandersetzt, die
sie ein Jahr nach dem Mauerfall verließ. Sie selbst betont, wie sehr
diese ersten 20 Jahre ihres Lebens in Halle sie als Mensch und als
Künstlerin prägend und immer noch von großer Bedeutung sind. „In meiner
Stadt habe ich das Sehen gelernt.“ Und so ist es ihrer Ansicht nach nur
eine logische Konsequenz, das Gesehene auch abbilden zu wollen.- die
Dinge nicht nur zu zeigen, „wie sie aussehen, sondern wie sie sind“,
schmunzelt sie und verweist damit auf eine Aussage von Picasso.
Das Bedürfnis, mehr im Bild zu bannen, als die äußere Erscheinung, führt in ihren teils großformatigen Holzdrucken zu symbolhaften Abstraktionen und einer ganz eigenen Formen- und Farbsprache. Durch die spezielle Drucktechnik ohne Druckpresse, also per Handdruck, spielt sie bewusst mit Strukturen und Halbtönen, die den besonderen Charakter dieser Blätter ausmachen. Das Experimentelle, Unkalkulierbare der gestalteten Drucke macht sie einzigartig und im Grunde nicht reproduzierbar, wie es im klassischen Holzschnitt üblich und angestrebt wäre – es bleiben Unikate!