Die Terminverschiebung von Sonntag auf Samstag war für viele Kunstfreunde offensichtlich kein Problem: 31 Personen nahmen an der vom Kunstkreis Warendorf organisierten Fahrt zur Ausstellung „Berliner Impressionisten“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund teil. Wegen der hohen Teilnehmerzahl gab es erstmals zwei parallele Führungen, die nach einhelliger Meinung beide sehr kompetent waren.
Wie die französischen Impressionisten 30 Jahre zuvor setzten sich die
deutschen Maler um 1898 vom allgemeinen Kunstbetrieb ab und bildeten die
„Berliner Secession“. Nicht mehr heroische und biblische Sujets und
Portraits von Adligen waren die Motive, sondern bürgerliche Themen wie:
Leben in der Großstadt, natürliche Landschaften und Gärten, ungestellte und
ungekünstelte Portraits von „normalen“ Menschen. Die Erfindung von Tuben machte es möglich draußen zu malen und somit Farben, Licht und Stimmung unverfälscht auf die Leinwand zu bringen. Auch wenn Motivwahl und die Art des Farbauftrags von den französischen Vorbildern übernommen wurden, haben Lovis Corinth, Max Slevogt, Max Lieberman, Walter Leistikow und andere eigenständige Werke geschaffen.
Die Warendorfer Kunstfreunde zeigten sich begeistert von den 63 Exponaten, Leihgaben der Berliner Nationalgalerie. Fotos aus der damaligen Zeit von der Künstlervereinigung und ihren Ausstellungsräumen ergänzen die Schau, die noch bis Mitte April läuft.
Die nächste Museumsfahrt des Kunstkreises geht am 21. März 2010 nach Emden zu der Ausstellung „Realismus, das Abenteuer der Wirklichkeit“.