Jüdische Spuren in der Kunst – Fahrt des Kunstkreises nach Osnabrück
 von Henrike Dufhues

Sehr beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer der Museumsfahrt von der Kunst und Architektur des Felix - Nussbaum -Hauses.

 

Mehr als 20 Kunstfreunde schlossen sich am Sonntag der Fahrt des Warendorfer Kunstkreises zum Felix-Nussbaum-Museum an.

In einer Jubiläumsausstellung geht es um die Frage: Wie schlägt sich jüdisches Leben in der bildenden Kunst nieder?

 

Zu sehen sind unter anderem Bilder und Installationen von Max Liebermann, Marc Chagall, El Lissitzky, Marc Rothko, Felix Nussbaum.

Die Themen sind Religiosität, Verlust der Heimat, Gründung des Staates Israel, das Miteinander von Muslimen, Juden und Christen.

 

Vor allem der orthodoxe Jude Marc Chagall wählte immer wieder die biblische Botschaft zum Motiv. Seine russischen Wurzeln hat er nie verloren:“In Wirklichkeit habe ich Witebsk nie verlassen, in der Malerei bin ich der Heimat immer treu geblieben“.

 

Rothko´s abstrakte Farbflächenbilder kommen dem Gebot nach :„ Du sollst Dir kein Bildnis machen“, denn es ist jüdischer Kunst untersagt, Gott und die göttliche Schöpfung darzustellen.

 

Jüdische Kunst von heute schließlich setzt sich kritisch mit dem Zusammenleben von Israel und Palästina auseinander.

 

Die anderthalbstündige Führung war ausgesprochen sachkundig und sehr anschaulich. Die Ausstellung sorgte vor und nach dem Museumsbesuch für angeregte Gespräche.

 

 

Jüdische Wege durch die Moderne
Museumsfahrt des Kunstkreises Warendorf zum Felix-Nussbaum-Museum in Osnabrück

Das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück feierte im Jahr 2008 sein zehnjähriges Jubiläum und präsentiert zu diesem besonderen Anlass die außergewöhnliche Ausstellung "Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne" mit hochkarätigen Leihgaben aus bedeutenden Museen Europas und der USA. 100 Werke jüdischer Künstler wie Marc Chagall, Mark Rothko, Max Liebermann und Rebecca Horn aus London, New York, Paris, Tel Aviv werden gezeigt. Der Kunstkreis Warendorf bietet am Sonntag, dem15.03.09, eine Fahrt zu dieser beachtlichen Jubiläumsausstellung an.

Für den amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der unter anderem das Jüdische Museum Berlin entwarf, ist Architektur eine kommunikative Kunst. Seine Gebäude stehen im Dialog mit ihren Inhalten, so spiegelt denn auch die Architektur des Nussbaum-Museums die Themen Ausgrenzung, Verfolgung und Angst wieder.

Namensgeber Felix Nussbaum wurde 1904 in Osnabrück geboren und von seinen Eltern, wohlhabenden jüdischen Kaufleuten, schon früh in seiner musischen Begabung gefördert. Nach dem Kunststudium erhielt er ein Stipendium der Villa Massimo in Rom und einer Karriere als Maler schien nichts mehr im Wege zu stehen. 1933 jedoch wurde er als unerwünscht aus der Villa Massimo verwiesen. Da er nicht mehr nach Deutschland zurückkehren konnte, emigrierte Nussbaum nach Belgien. Nach einer Zeit im französischen Internierungslager lebte er wieder in einem Versteck in Belgien. Alles was er in dieser Zeit der ständigen Furcht vor Entdeckung und Verrat erlebte und fühlte, verarbeitete Nussbaum in seinen Bildern und entwickelte dabei eine eigene Formensprache. 1945 wurde Nussbaum in Auschwitz ermordet.

  

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